Knirscherschiene Reutlingen

Aufbissschiene gegen Fehlbelastung von Kiefergelenk und Zähnen

Grundsätzlich versteht man unter einer sogenannten „Knirscherschiene“ eine Aufbissschiene (allgemein Beißschiene), die im Rahmen einer Schienentherapie das Ziel verfolgt, bestehende Beschwerden aufgrund einer Fehlbelastung der Kiefergelenke und Zähne zu lindern bzw. zu beheben. 

 

Relaxierungsschiene oder Positionierungsschiene

Die unterschiedlichen Schienentypen werden ihrem therapeutischem Ansatz und dem therapeutischen Ziel entsprechend zunächst in zwei große Gruppen unterteilt: Relaxierungsschienen und Positionierungsschienen.


Zähneknirschen (Bruxismus) ist weit verbreitet

Die am häufigsten anzutreffende Schädigung Ihrer Zahngesundheit ist das unterbewusste Zusammenpressen der Zähne (knirschen – im Schlaf oder tagsüber). Ihr Zahnarzt hat dafür einen Fachbegriff: Bruxismus – umgangssprachlich auch Zähneknirschen genannt.

Ursachen und Folgen des Zähneknirschens

Es gibt hierbei unterschiedliche Ursachen, warum Menschen mit ihren Zähnen knirschen.

 

Bei körperlichen Faktoren wie z.B. einer Fehlstellung des Oberkiefers (OK) und/ oder Unterkiefers (UK) kommt das Zähneknirschen sehr oft vor – viel häufiger allerdings knirschen Patienten durch körperlichen Stress bzw. körperliche Anspannung mit Ihren Zähnen.

Wenn Ohren und Schläfen schmerzen, kann das von den Kiefergelenken kommen
Wenn Ohren und Schläfen schmerzen, kann das von den Kiefergelenken kommen

Zahnschiene zur Entspannung der Kaumuskulatur
Zahnschiene zur Entspannung der Kau-Muskulatur

 

Zusammen mit dem Zungen- und Zähnepressen gehört das Zähneknirschen zu den unbewusst herbeigeführten Bewegungsstörungen, die vorwiegend während des Schlafs stattfinden. Diese andauernde Reibung der Zähne führt zu weiteren Kiefergelenkbeschwerden und beeinträchtigt zunehmend nicht nur Ihre Zahngesundheit (Abrieb des Zahnschmelzes), sondern oftmals auch den ganzen Körper (Verspannungen, Kopfschmerzen, etc.).

 

Zur Regulation des Kausystems wird daher eine Knirscherschiene eingesetzt.


Entlastung und Entspannung von Gelenken und Muskeln

Das Ziel dieser Therapieform besteht darin, den Unterkiefer aus seiner Verzahnung mit dem Oberkiefer zu befreien und ihm dadurch die Möglichkeit zu geben, sich selbstständig „geführt durch eine Schiene“ in eine neue Lage einzustellen, die aus einer entspannten Muskel- und Kiefergelenkssituation resultiert.

Vorteile einer Knirscherschiene

Zusammengefasst kann eine solche Aufbissschiene folgendes leisten: 

  • Entlastung der Zahn-, Muskel-, und Gelenkfunktionen
  • Lösen unterbewusster und stressbedingter Automatismen
  • Reduktion von Zähneknirschen und Zähnepressen und damit die Vermeidung des Zahnschmelzabriebes
  • Neue Kau-Bewegungsmuster
  • Schutz und Erhalt der Zahnhartsubstanz
  • Veränderung der Zahnführung in Form, Länge und Steilheit

Einbeziehung der Schiene in eine CMD-Therapie

Häufig ist das Zähneknirschen die Folge einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) und aus diesem Grund wird die Aufbissschiene in die CMD-Therapie mit einbezogen. Die Fehlstellung Ihres Kiefers geht mit einer Fehlfunktion der Kiefergelenke einher. 

Zähneknirschen und seine gesundheitlichen Folgen
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Mögliche Anzeichen für CMD

Mögliche Anzeichen können unter anderem sein:

  • Kopfschmerzen
  • Verspannungen der Nackenmuskulatur
  • Rückenschmerzen
  • Tinnitus
  • Entzündungen der Kiefergelenke
  • Ohrenschmerzen

Im Fall einer bestehenden Kiefergelenkfehlstellung ist daher eine ganzheitliche Therapie anzuraten. Als medizinisches Hilfsmittel dient dabei die Knirscherschiene und unterstützt diesbezüglich den Behandlungserfolg. 

Tragedauer

Sie als Patient, der an Bruxismus und exzessiven Parafunktionen leidet und bei dem die Aufbissschiene zur Dämpfung und Vorbeugung der Folgen eingesetzt wird, bekommt von Ihrem Zahnarzt die Empfehlung, Ihre Aufbissschiene nachts und tagsüber so oft wie möglich zu tragen. 

 

Eine allgemeine Tragedauer kann hier nicht genannt werden, da sie sich nach ihren Beschwerden und ihrem Abklingen richtet. 

 

Klingen Ihre Beschwerden zügig ab, kann das Tragen der Aufbissschiene bereits nach wenigen Wochen abgesetzt werden. In den meisten Fällen jedoch, besonders bei chronischen Knirschen, wird das Tragen einer Aufbissschiene jedoch zum ständigen Begleiter.

Haltbarkeit

Die Haltbarkeit richtet sich also nach dem Grad ihrer Beschwerden – so sollte zum Beispiel bei starkem Knirschen nach ca. einem halben Jahr die Schiene ersetzt werden. Sie kann aber auch bis zu fünf Jahre halten. 

 

Die Haltbarkeit hängt aber auch von der Pflege ab:

Die richtige Pflege und Aufbewahrung

Reinigung

Für einen hygienischen und korrekten Umgang ist zunächst das Reinigen der Aufbissschiene nach jedem Tragen relevant.

 

Damit sich Karies- und Parodontitis nicht in Ihrem Mundraum ausbreiten können, sollten Zähne und Zahnschiene unmittelbar nach dem Essen sorgfältig mit Zahncreme und Zahnbürste gereinigt werden.

 

Ein mögliche Alternative ist die Reinigung mit Gebissreiniger (z.B. Tabs). Legen Sie dabei die Knirscherschiene in ein Glas mit Leitungswasser, fügen sie eine Reinigungstablette hinzu und säubern Sie nach kurzer Zeit Ihre Schiene wieder. 

Aufbewahrung

Wird die Aufbissschiene dagegen nur nachts getragen, sollte sie tagsüber in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden. Zum Beispiel eignet sich hierfür eine Zahnspangenbox. Sie eignet sich perfekt für die Aufbewahrung der Knirscherschiene. 

 

Bei ständigem Tragen der Aufbissschiene und einer nur zeitweise kurzen Unterbrechung ist die Aufbewahrung in einem Glas mit Wasser und einer Reinigungstablette empfehlenswert. Falls Sie unterwegs seien sollten, kann auch ein feuchtes Tuch (u.a. aus Papier, Stoff, etc.) hilfreich sein.

 

Wichtig ist, dass die Aufbissschiene niemals austrocknet, um eine Verformung zu vermeiden.


Kostenübernahme durch Krankenkassen

Die sogenannte Knirscherschiene wird von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen. Dies gilt in der Regel auch für private Krankenkassen. 

 

Nicht inbegriffen sind bei gesetzlich versicherten Patienten spezielle Arbeitsschritte und Diagnoseverfahren (CMD-Therapie). 

 

Bevor also mit einer CMD-Therapie begonnen wird, erfolgt in erster Linie ein umfangreiches Aufklärungsgespräch inkl. Gesamtkostenaufstellung. Privatversicherte können diese Kostenaufstellung bei Ihrer Krankenkasse einreichen – je nach Tarif wird anteilig bzw. in Einzelfällen vollständig diese Therapieform übernommen.


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